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Sofort entspannen mit einer kostenlosen Körpermeditation?

Wir wissen, dass Meditieren gut für uns ist, und trotzdem tun wir es nicht

Wir wissen, dass Meditieren gut für uns ist, und trotzdem tun wir es nicht

Etwas nicht mehr zu tun, was uns guttut, kennen wir nicht nur vom Meditieren, sondern auch von vielen anderen Aktivitäten

Die meisten Menschen, die Acem-Meditation lernen, sind davon angetan. Die Methode ist einfach zu erlernen, leicht zu praktizieren und bringt jede Menge positive Effekte: mehr Entspannung, frische Energie und körperliches Wohlbefinden. Diese Effekte bestätigen nicht nur Meditierende, die regelmäßig meditieren, sondern auch jene, die aufgehört haben, zu meditieren. Doch warum haben sie aufgehört? Die meisten sagen, dass sie einfach nicht weitergemacht haben.

Etwas nicht mehr zu tun, was uns guttut, kennen wir nicht nur vom Meditieren, sondern auch von vielen anderen Aktivitäten, die wir mit positiven Effekten verbinden, etwa vom Sport, vom Abnehmen, vom Erlernen einer neuen Sprache oder vom Ausprobieren neuer Dinge im beruflichen oder privaten Kontext. Obwohl viele, die Acem-Meditation gelernt haben, anfangs wirklich motiviert sind, brechen sie ihre regelmäßige Meditationspraxis nach den ersten Wochen oder Monaten ab.

Wir wollen weitermachen, schaffen es aber irgendwie nicht, ohne zu wissen, warum. Erfahrungen haben gezeigt, dass drei Dinge hier besonders schwierig sind:

-       der Meditation ausreichend Priorität einräumen

-       Unbehagen während des Meditationsprozesses tolerieren

-       ein geringes Selbstwertgefühl aushalten

„Haben Sie denn keine 30-Sekunden-Meditation im Angebot?“

Die Frage kam während eines Kurses in einer PR-Agentur in New York City auf. In dem Hauptsitz der Agentur geht es sehr lebhaft zu – zwei große offene Bürolandschaften mit rund 1.000 Beschäftigten, die lange Wege zur Arbeit zurücklegen, strenge Fristen einhalten müssen und oft sehr ehrgeizig sind, wenn es z.B. darum geht, die international renommiertesten PR-Awards einzuheimsen. In diesem stressigen Umfeld kann eine Meditationspraxis gute Dienste leisten – wenn man denn die Zeit dafür findet. Die Herausforderung besteht darin, eine Meditationsroutine in einen bereits vollen Tag zu integrieren. Das Dilemma liegt auf der Hand. Doch wie lässt es sich auflösen?

„Warum ich meditiere? Weil ich so beschäftigt bin, dass ich keine Zeit habe, es nicht zu tun.“

Die Aussage stammt von einem Meditierenden, der regelmäßig meditiert. Das Wichtigste sei nicht, wie viele Stunden man an einem Projekt arbeite, sondern wie aufmerksam und wach man während der Arbeit sei. Ein müder Geist macht die Arbeit beschwerlich, während ein wacher Geist leichter bessere Lösungen findet. Eine halbe Stunde Meditation kann also Zeit sparen!

„Wenn es so beschwerlich ist, habe ich keine Lust dazu.“

Normalerweise fühlt sich Meditieren gut an. Wir entspannen uns, fühlen uns danach wacher und können unsere Aktivitäten mit neuer Energie fortsetzen. Aber das ist nicht immer so. Manchmal kommt es uns während des Meditierens so vor, als würde die Zeit langsamer vergehen, wir werden unruhig und langweilen uns vielleicht sogar. Dann kann die Versuchung groß sein, verbissen gegen das Unbehagen anzukämpfen, oder, wenn uns das nicht gelingt, aufzugeben. „Ich meditiere doch nicht, um mich zu langweilen!“

Hier kann man leicht etwas Wichtiges übersehen. In einer wissenschaftlichen Studie wurde eine Gruppe von Meditierenden gefragt, wie sie ihre Meditation empfanden. War sie gut oder eher nicht? Während der Meditation wurden die Veränderungen ihrer Atmung und ihres Hautwiderstands gemessen. Diese Messungen geben Aufschluss darüber, inwieweit sich die Meditierenden tatsächlich entspannt haben. Überraschenderweise gab es keinen Zusammenhang zwischen ihrer Beurteilung der Meditation als gut oder schlecht und dem Grad der tatsächlichen körperlichen Entspannung. Auch wenn sich eine „schlechte“ Meditation unangenehm anfühlt, sorgt sie dennoch für gute Entspannung während und nach der Meditation.

„Warum sollte ich etwas praktizieren, das ich nicht beherrsche?”

Keine Person hat Freude daran, sich abzumühen und eine Fertigkeit zu erlernen, wenn sie das Gefühl hat, dazu nicht in der Lage zu sein. Je aussichtsloser es erscheint, desto sinnloser erscheint es, weiterzumachen. Aber tatsächlich ist dies eine Herausforderung, der wir uns stellen sollten, denn es lohnt sich. Ob beim Tanzen, beim Sport, im Studium, bei beruflichen Aufgaben oder beim Meditieren: Niemand verfügt vom ersten Tag an über perfekte Fähigkeiten. Um Fortschritte zu machen, müssen wir immer wieder Lernphasen durchlaufen, in denen wir üben, ausprobieren und es erneut versuchen. Wenn wir den Prozess des Ausprobierens konsequent vermeiden, wird das Lernen schwierig, wenn nicht sogar unmöglich – sowohl in der Meditation als auch im Leben.

Ausdauer und einfühlsames Üben

Normalerweise wirkt sich Meditation positiv auf uns aus, jedoch nicht immer. Wenn sich das, was spontan in uns auftaucht, nicht angenehm anfühlt, gibt es zwei Herausforderungen. Die eine besteht darin, einfach weiterzumachen. Dazu gehört, das zu akzeptieren, was da ist, auch wenn wir uns oft an einen anderen Ort wünschen, an dem wir nicht unruhig, gelangweilt oder von Selbstkritik geplagt sind. Es bedeutet, zu akzeptieren, dass solche unangenehmen Gedanken und Gefühle so sind wie das Wetter – wir können sie weder kontrollieren noch dauerhaft verdrängen. Hier geht es darum, eine gewisse Ausdauer zu entwickeln und Stück für Stück mehr Freiheit in Bezug auf unsere Spontanaktivitäten zu erlangen.

Die andere Herausforderung besteht darin, ein Gespür dafür zu entwickeln, wie wir den Meditationslaut wiederholen, wenn wir Spontanaktivitäten begegnen, die sich unangenehm anfühlen. Wir sollten weder starr und unflexibel sein – dem Impuls „Kampf” folgend - noch aufgeben und gleichgültig werden – dem Impuls „Flucht” folgend. Viel besser ist es, das Zusammenspiel von Lautwiederholung und Spontanaktivitäten sensibel zu begleiten. Es geht dabei weder um Konfrontation noch um Gleichgültigkeit, sondern um eine wechselseitige Interaktion auf einem Spielfeld, auf dem wir uns mit viel Sensibilität ausprobieren, egal wie die Situation gerade ist.

Wenn wir das schaffen, wissen wir: „So ist es gut, und es ist auch zu etwas gut”.

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Ausdauer und Sensibilität – auf sie kommt es an